Nymphomanie oder Hypersexualität?

Krankhaft oder gesund?

Eine Frau, die immer Sex will – das hört sich zunächst nach einem Männertraum an.
Bei Männern spricht man bei Hypersexualität von einem Don-Juan-Komplex oder Satyriasis.
Hypersexualität wird bei Frauen seltener diagnostiziert als bei Männern. Es gibt keine offizielle Zahlen dazu, wie viele Menschen erkranken. Meistens wird Hypersexualität bei Männern festgestellt.
Sexuelles Verhalten ist krankhaft, wenn die Betroffenen darunter leiden und es nicht kontrollieren können. Hypersexuelle zeigen oft schon nach zwei oder drei Tagen ohne Sex Symptome: Magenbeschwerden, Verspannungen, Konzentrationsstörungen.
So wurde im 19. Jahrhundert jede Frau als Nymphomanin bezeichnet, die außerehelichen Geschlechtsverkehr hatte oder masturbierte.
Wann ist man sexsüchtig?
Von Sexsucht spricht man, wenn ein übermäßig gesteigerter Geschlechtstrieb vorhanden ist. Mädchen und Frauen mit häufigen sexuellen Kontakten, die dabei zum Orgasmus kommen, sind völlig gesund und mit Sicherheit nicht sexsüchtig. Sexualität spielt für diese Frauen zwar eine wichtige Rolle, bestimmt aber nicht ausschließlich ihr Leben. Dieses Verhalten hat aber nichts mit Sexsucht zu tun.
Nymphomanie wird erst problematisch, wenn Frauen trotz ihres aktiven Sexuallebens keine Befriedigung mehr empfinden und die Schuld allein bei dem Partner sehen. So suchen sie immer nach neuen Partnern, werden aber immer weiter enttäuscht. Frauen sind so ständig auf der Suche nach sexueller Befriedigung. Gleichzeitig sind die Frauen aber meist nicht in der Lage, einen Höhepunkt zu erleben. Sie können häufig keine innere Bindung zu ihrem Partner aufbauen. Meistens können die Anforderungen des normalen Alltags nicht mehr erfüllt werden. Getrieben von der Hoffnung nach sexueller Erfüllung sind sie immer auf der Suche nach neuen sexuellen Kontakten.
Früher wurde die Nymphomanie als organisches Leiden betrachtet und auch entsprechend behandelt – durch Auflegen von Eisbeuteln auf die Genitalien, durch Ansetzen von Blutegeln oder im schlimmsten Fall wurden die Klitoris und die Eierstöcke entfernt.
Eine klare Ursache für Sexsucht gibt es nicht. Es gibt verschiedene Gründe dafür. Diese können sowohl im seelischen, soziokulturellen Bereich liegen, als auch in der Kindheit, in der Persönlichkeit usw. Minderwertigkeitsgefühle, innere Konflikte, gestörte emotionale Beziehungen und die Suche nach Nähe können die Sexsucht fördern.
In den meisten Fällen ist professionelle Hilfe durch Psychotherapeuten notwendig.

 

2018-01-21T23:20:28+00:00 Sex Magazin|